Durch den Einsatz von Technik in der Industrie und Dienstleistung werden hohe Produktivitätsgewinne erwartet. Diese werden auch als Digitalisierungsdividende bezeichnet. Aus ArbeitnehmerInnensicht gilt es, einen Anteil dieser Profite durch ein angepasstes Steuersystem abzuschöpfen, um sie für die Allgemeinheit nutzbar zu machen. Dies kann durch Investitionen in das Bildungssystem und durch Unterstützung jener Bereiche erfolgen, in denen Arbeit für den Menschen und die Gesellschaft auch in Zukunft geleistet wird.
Kategorie: Glossary
Disruptive Geschäftsmodelle
Verdrängung etablierter Geschäftsmodelle durch neue, digitale Alternativen. Aus einem Nischenprodukt entwickelt sich ein Standard, der die Umstrukturierung und Neuausrichtung einer ganzen Branche zur Folge haben kann. Beispiele hierfür sind Modelle, die physische Aktivitäten vermehrt in das Internet verlagern, wie Online-Shopping-Portale.
Beispiele für disruptive Geschäftsmodelle sind: Wenn Rolls-Royce seine Triebwerke nicht mehr einfach verkauft, sondern die geflogene Stunde verrechnet, oder Caterpillar die beförderte Tonne und Xerox die gedruckte Seite abrechnen. Dies beschreibt auch den Wandel von einfachen Produzenten zu Dienstleistern. Andere Beispiele sind Google und Facebook, welche eine Dienstleistung im Tausch gegen Daten „gratis“ an KundInnen vertreiben und die Kosten einer dritten Person, den Werbenden, in Rechnung stellen. Oder Plattformen, welche Fahrtendienstleistungen oder Hoteldienstleistungen direkt zwischen AnbieterInnen und NutzerInnen vermitteln und damit Intermediäre wie Taxiinnungen, Reisebüros usw. herausfordern.
Disruptive Geschäftsmodelle umgehen oft auch sehr bewusst herkömmliche Regelungssysteme (Recht, Steuern, Abgaben, Marktregulierungen, Qualitätssicherung usw.). Sie eröffnen also den Kampf um Marktanteile, um Arbeitsbeziehungen und gesellschaftliche Regelungen – dieser Kampf ist nicht neu, wird durch die Technik aber neu befeuert.
(-> Verschwommene, intransparente Wertschöpfungsketten)
Drohnen
Sind unbemannte Flugobjekte. Ursprünglich wurden diese im militärischen Bereich eingesetzt. Mittlerweile haben Drohnen auch im Arbeitsalltag Einzug gehalten, etwa im Logistikbereich zur Paketzustellung oder in der Landwirtschaft zur Beobachtung von Schädlingsbefällen.
CAD – Computer-aided Design
Bedeutet, mit der Unterstützung von speziellen Computerprogrammen Konstruktionsunterlagen zur Herstellung eines Produktes zu erstellen (Autos, Bauwerke …).
CAM – Computer-aided Manufacturing
Bedeutet die Steuerung von Produktionsmaschinen durch Computer(programme).
ClickworkerInnen
DienstleisterInnen (meist freiberuflich Beschäftigte), die gegen Bezahlung für ein Unternehmen Aufgaben wie beispielsweise Datenrecherche oder Texterstellung übernehmen. Die Aufträge werden dabei über digitale Plattformen vergeben (-> Crowdworking). Das Grundkonzept ist ähnlich wie bei externen CrowdworkerInnen, jedoch handelt es sich im Regelfall um einfache bzw. kleinteilige Tätigkeiten (Kurztexte verfassen, Bildauswertungen).
Cloud Computing
Ist die Bereitstellung von Diensten (Server, Speicher, Datenbanken, Netzwerkkomponenten, Software, Analyseoptionen und mehr) über das Internet („die Cloud“). Unternehmen, die diese Dienste anbieten, werden als Cloud-Anbieter bezeichnet und stellen die Cloud-Computing-Dienste üblicherweise basierend auf der jeweiligen Nutzung in Rechnung, wie man es von der Berechnung des Wasser- und Stromverbrauchs kennt. Vorteile können sein, dass Daten überall und jederzeit zur Verfügung stehen und oft durch die Auslagerung von Hard- und Software-Investitionen an die Cloud-Anbieter seitens der Unternehmen Kosten gespart werden können. Problematisch hingegen ist die Überlassung aller Daten an diese Cloud-Dienstleister.
Confluence
Ist ein Wissensmanagementprogramm für Unternehmen und Organisationen, in dem Projekte und Dokumente gemeinsam bearbeitet werden können. Es ist so etwas wie ein Wiki für Unternehmen, also einfach gehalten mit Fokus auf Wissensaustausch.
Crowdfunding
Kommt vom englischen Wort „crowd“ (Menschenmenge) und „funding“ (Finanzierung), wird auf Deutsch auch Schwarmfinanzierung genannt. Geschäftsideen oder Projekte werden meist im Internet beworben und sollen mittels Beteiligung von vielen (Privat-)Personen umgesetzt werden. Beteiligungen reichen hier von kleinen Spenden bis hin zu Gewinnbeteiligungsmodellen. Gerade bei Letzterem sind die oft mangelhaften Informationen über das Risiko für die AnlegerInnen problematisch.
Crowdwork/Plattformarbeit
Beim Crowdworking werden Aufträge, meist zerteilt in kleinere Aufgaben, über digitale Plattformen an CrowdworkerInnen vergeben. Diese Auftragsvergabe kann sowohl an die eigenen Beschäftigten (internes Crowdworking) als auch an Dritte (externes Crowdworking) erfolgen, die oftmals als Solo-Selbstständige für viele Auftraggeber weltweit arbeiten. Auf www.faircrowd.work haben ÖGB/AK und andere Gewerkschaften alle Infos zur Arbeit auf Plattformen und gewerkschaftliche Aktivitäten zu Crowdwork gebündelt.